|
Wer kennt es nicht? Der Tag nach
einer intensiven Trainingseinheit. Man quält sich
morgens aus dem Bett - und das erste was man spürt
ist: Muskelkater. Hin und wieder taucht der Schmerz
sogar bereits wenige Stunden nach Training auf. Und
nun beginnen die Fragen im Kopf Gestalt anzunehmen.
Was ist eigentlich dieser Muskelkater? Wo kommt er her?
Warum ausgerechnet ich? Wie gegen Muskelkater tun? Ist
es möglich, dem Muskelkater effektiver vorzubeugen?
Und warum heißt das eigentlich "MuskelKATER?"
Die letztere Frage kann nur unzulänglich beantwortet
werden. Allem Anschein nach entstammt diese Bezeichnung
volksetymologisch wohl der Eindeutschung des Wortes
"Katarrh".
Spricht man von besagtem Muskelkater, so bezeichnet
dies einen Schmerz, welcher nach einer körperlichen
Anstrengung auftritt. Voraussetzung hierfür ist
es, dass bestimmte Muskelpartien einer ungewöhnlich
hohen Belastung ausgesetzt werden. In der Regel benötigt
der Schmerz nach Beendigung der körperlichen Betätigung
einige Stunden, eh er sich bemerkbar macht.
Es ist möglich, das Risiko eines möglichen
Muskelkaters zu verringern. Eine australische Studie
besagt, dass Dehnungsübungen vor und nach dem Training
den Muskelkater verringern können, allerdings nur
in einem sehr begrenzten Rahmen. Gleiches gilt für
vorhergegangene Aufwärmungsübungen. Vor einer
Überbeanspruchung der Muskelfasern schützt
dies jedoch nicht; Faserrisse können trotzdem auftreten.
Im Falle entstandener Risse ist es nicht sinnvoll, die
betreffenden schmerzenden Stellen zu massieren, denn
durch diese Bewegung wird der Heilungsprozess ausgebremst.
Hilfreicher sind Wärmebehandlungen. Sie können
sich einen Saunabesuch gönnen. Auch einem heißen
Bad wird eine schmerzlindernde Wirkung nachgesagt. Durch
die Einwirkung von Wärmestrahlungen wird die Durchblutung
der Muskulatur zusätzlich stimuliert. Angeblich
soll auch Sauerkirsch sowohl die Schmerzen lindern,
als auch die Kraftreserven wieder regenerieren. Auf
Grund der geringen Teilnehmerzahl an der Studie ist
jedoch unklar, ob es sich hierbei um einen Placebo -
Effekt handelt, ober ob die im Kirschsaft vorkommende
Antioxidantien für dem Effekt verantwortlich gemacht
werden können.
Über die Ursache des Muskelkaters - unabhängig
von seiner Behandlungsform - streiten sich die Wissenschaftler
bis heute. In der Vergangenheit ging man von einer Übersäuerung
des betreffenden Muskels aus. Laktate, Salze der Milchsäure,
schienen des Rätsels Lösung zu sein. Inzwischen
wurde diese These jedoch wiederlegt. Der Grund dafür
liegt in den verhältnismäßig niedrigen
Laktatwerten, welche als Schlussfolgerung der Laktathypothese
aber sehr hohe Messergebnisse nach einer sportlichen
Betätigung ergeben sollten. Des weiterenn hat Laktat
eine geringe Halbwertszeit. In der Realität tritt
- wie ahnen es bereits - der Muskelkater jedoch erst
nach einigen Stunden auf, nachdem das Laktat bereits
längst seinen ursprünglichen Zustand wieder
erreicht hat.
Inzwischen ist man zu der Annahme gelangt, dass durch
die Überlastung des Z-Scheiben kleine Risse entstehen
im Muskelgewebe (Mikrotraumata). Beobachtungen lieferten
hierfür ausreichende Beweise. Durch diese Risse
wiederrum entzündet sich das Gewebe. Außerdem
dringt durch die Risse Wasser ein. Der Muskel schwillt
an. Es bilden sich Ödeme. Dies ist die Begründung
des Muskelkaters. Die Schmerzen treten 12 bis 24 Stunden
nach Bildung der Mikrorisse auf. Zu diesem Zeitpunkt
werden die entstandenen Abfallprodukte aus dem Muskel
hinaus transportiert. Dabei kommen die Abfallstoffe
mit den äußerst sensiblen Nervenzellen in
Berührung, was wiederrum den Schmerz auslöst.
Das alles benötigt so viel Zeit, da sich die erwähnten
Nervenenden außerhalb der Muskeln befinden. Sie
liegen eigebettet im Bindegewebe. Tritt also beim Training
ein sofortiger Schmerz aus, so haben Sie sich in der
Regel im Bindegewebe verletzt.
Nach der Entstehung eines Mikrorisses hat der Körper
das Bestreben, die verletzten Zellen zu regenerieren.
In Folge dessen baut er zunächst die beschädigten
Zellen ab. Dieser Prozess produziert Spaltprodukte.
Beim Verlassen der Zellen sind es eben jene Spaltprodukte,
welche die Nervenenden reizen.
Im Falle einer solchen Reizung können sie einige
lindernde Maßnahmen ergreifen. Bewegung unter
geringer Belastung ist ideal. Empfehlenswert ist daher
leichte Gymnastik; auch lockerndes Jogging wird als
angenehm empfunden.
Neben diversen Lockerungs - und Dehnübungen, wirken
warme Entspannungsbäder mit Kräuterzusätzen
(aus dem Reformhaus), genauso wie diverse durchblutungsfördernde
Salben, lindernd. Wechselbäder sind hierbei besonders
dienlich zur Förderung der Durchblutung. Baden
Sie hierfür im Wechsel 3 Minuten warm und 20 Minuten
kalt.
Sanfte Massagen dienen dem gleichen Zweck. Schmerzmittel
sind in der Regel nicht notwendig.
|